Internetseite des Gemeinnützigen Vereins
für das Recht auf Stille

Befürworter:
Vladimir AshkenazyJustus FrantzGidon KremerKurt Masur
Ingo MetzmacherChristoph PrégardienPeter SodannDieter Hallervorden
Helmut Schmidt
(Bundeskanzler a.D.)
Paul Badura-SkodaSir Neville MarrinerMarkus Becker

Akustische Umweltverschmutzung? Was ist das?

Wie jede Umweltverschmutzung stellt auch sie einen Eingriff in unsere unmittelbare Umgebung dar. Sie ist weitgehend überflüssig und vor allem vermeidbar. Gemeint ist Lärm .

Neben eindimensionalem, reinem Lärm, der nur laut oder leise sein, bestenfalls eine Information über die Lärmquelle geben kann (Verkehr, Laubbläser, Flugzeug usw.), hat sich schon lange eine weitere Lärmquelle etabliert: Die kommerz- und lustgesteuerte akustische Umweltverschmutzung. Dieser mehrdimensionale Lärm zeichnet sich dadurch aus, dass er eine Botschaft transportiert. Die Lautstärke, in der er ausgesendet wird, spielt dabei nahezu keine Rolle. Es ist die Botschaft, die irritiert, nervös, aggressiv und in letzter Konsequenz krank macht.

In nahezu allen Discountern, Einkaufszentren, in beinahe jedem Restaurant und Hotel, in Bus und Bahn, am Telefon, in Arztpraxen, auf Ämtern und Behörden, auf Straßen und Plätzen, in der eigenen Wohnung, ja überall wo Menschen sich aufhalten oder bewegen, werden Ohren und Nerven strapaziert bis malträtiert. Nicht vom Lärm spielender Kinder, nein von unnützem, aufdringlichem Gedudel! Oft hat man nicht einmal auf dem WC seine Ruhe.

Kommerzielle Einrichtungen versprechen sich von dieser dezenten bis aufdringlichen Hintergrundmusik Umsatzsteigerung. Es gibt allerdings bisher keine wissenschaftlichen Studien, die das belegen. Aus der vom Muzak-Erfinder George Owen Squier 1934 für Aufzüge gedachten Musik ist aggressives branding geworden, der Versuch, Unternehmen ein möglichst unverwechselbares Profil zu verleihen. Die "Fahrstuhlmusik" ist zu aggressiver, kommerzieller Vorwärtsverdeidigung mutiert. Aber auch in Behörden, Kanzleien, Arztpraxen (Patienten sind häufig bereits zu 'Kunden' herabgestuft worden) werden die dort auf eine 'Dienstleistung' wartenden Menschen Musik aus Lautsprechern ausgesetzt.

Das mögen die Menschen?

Ja, eine Minderheit kann offensichtlich Stille nicht ertragen. Laut einer Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2005 für das Magazin „ZeitWissen“ sind das weniger als 20% der Bevölkerung!

Aber wie geht es dem Rest? 50 % der Befragten steht dieser „funktionellen“ Musik ablehnend gegenüber. Wer nicht vor der vermeintlichen Leere, dem „Akustischen Vakuum“ fliehen muss, fühlt sich gestört, bevormundet, zwangsbeschallt.

Originalton zweier etwa zwanzigjähriger Mitarbeiterinnen in einem Geschäft eines großen Handelskonzerns auf die Bemerkung eines Kunden, dass es mit der Beschallung hier besonders schlimm sei: „Sie habn's gut, Sie können gleich wieder gehn“. Der Geschäftsleitung ist es offensichtlich gleichgültig, was die eigenen Angestellten von der Beschallung halten.

Apropos: Ist Ihnen aufgefallen, dass es an der Kasse immer leise ist? Warum wohl?

Welche negativen Auswirkungen / gesundheitlichen Risiken sind mit akustischer Umweltverschmutzung verbunden?

Menschen, die den benannten Formen akustischer Umweltverschmutzung (durchgehender Lärm, Dauerbeschallung) ausgesetzt sind, sind genervt und leiden daher unter erhöhtem Stress.

Sie sind betroffen von Stimmungsschwankungen, beeinträchtigter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, Schlaflosigkeit.

Die Folgen können unter anderem Bluthochdruck und Depression sein.

Besonders Kinder leiden unter Reizüberflutung, die sich auf ihr Lern- und Sozialverhalten auswirkt.

Die Vermeidung von Lärm im herkömmlichen Sinne, aber ebenso die Vermeidung des mehrdimensionalen Lärms (ganz besonders unerwünschten 'Musiklärms', s.o.) ist unseres Erachtens eine Angelegenheit öffentlicher Gesundheitsvorsorge. Trotzdem ist in den geltenden Lärmschutzverordnungen diese Form von Umweltverschmutzung kein Thema. Sie sollte es dringend, unbedingt.

Permanente Beschallung an nahezu allen Orten des öffentlichen Lebens wird von den Menschen als 'normal' im Sinne von unvermeidbar empfunden!? Das ist natürlich nicht nur in Deutschland so!?

Soll das etwa Normalität bleiben?

Weil niemand den Mund aufmacht? Niemand? Doch, es gibt Menschen, die das tun. Wir sind diese Menschen, organisiert im bundesweit aktiven Verein LAUTSPRECHERAUS Unser Verein setzt sich für akustische Selbstbestimmung ein: Jeder darf - wann und wo auch immer - die Musik hören, die ihm gefällt, solange er damit keine anderen Menschen stört, belästigt oder bevormundet! Ebenso hat jeder das Recht, Ruhe für sich zu beanspruchen.

Niemand muss sich, wo er geht, steht oder sitzt, ständiger Beschallung durch Hintergrundmusik ausgesetzt fühlen. Diese Beschallung ist unnötig und vermeidbar.

Es kann nicht sein, dass der öffentliche Raum ausschließlich von einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe okkupiert wird. Alle müssen auch in akustischer Hinsicht wieder als gleichberechtigte Bürger behandelt werden.

Das ist unser Ziel, und dafür brauchen wir Sie, die Sie sich ebenfalls belästigt fühlen. Je mehr Mitglieder wir sind, desto deutlicher wird unsere Stimme von der Politik gehört. Wir artikulieren unser Anliegen klar und unmissverständlich und leiten es den entsprechenden Gremien des Deutschen Bundestages zu.

Wir – die Mitglieder des Vereins LAUTSPRECHERAUS - fühlen uns dem 11. Gebot des verstorbenen Schriftstellers und Satirikers Robert Gernhardt verpflichtet, der dort kurz und prägnant verkündet hat: „Du sollst nicht lärmen!“ Die österreichische Stadt Linz geht mit gutem Beispiel voran, Informationen finden Sie hier Hörstadt Linz

Darum: Schließen Sie sich uns an, wenn Ihnen akustische Selbstbestimmung am Herzen liegt: Werden Sie Mitglied!

Unser Informationsblatt zum Weiterreichen finden Sie HIER.

Schauen Sie sich auch das einmal an (Vorsicht! Satire!): Dudelstopp!


VorsitzenderDr. phil. Rolf Dietrich Claus, Hamburg
Stellvertretender VorsitzenderDr. phil. Dieter Maier, Frankfurt/M.
SchatzmeisterGottfried Krause, Frankfurt/M.
Leiterin der GeschäftsstelleAngelika Press, Cottbus
Beisitzer Karin Fiedler, Manfred Reuthe, Claus Sebastian

Fragen zum Verein bitte an:
press-ad-lautsprecheraus-punkt-de (Allgemeines, Mitgliedschaft etc.)
krause-ad-lautsprecheraus-punkt-de (Beiträge, Spenden etc.)
(Wenn Sie uns schreiben, bitte "-ad-" durch das in Adressen übliche ad-Zeichen und "-punkt-" durch einen Punkt ersetzt - die Striche entfallen natürlich. Wir ersticken sonst in Reklame!)


Spendenkonto des gemeinnützigen Vereins "LAUTSPRECHERAUS"

IBAN: DE47430609672045761400
BIC: GENODEM1GLS
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